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Yoga

Seit Jahrtausenden bewährt

Eins werden mit sich und dem Universum – oder nach Feierabend den Herabschauenden Hund praktizieren, um von der Arbeit abzuschalten? Beides ist Yoga, denn „das“ Yoga gibt es gar nicht. Yoga beschreibt vielmehr eine Sammlung jahrtausender alter körperlicher Übungen, Atemtechniken und Meditationspraktiken aus Indien. Es gibt verschiedene Stile, die unterschiedliche Schwerpunkte haben. Manche Yoga-Techniken sind leicht zugänglich und schnell zu erlernen, etwa die Wechselatmung durch die Nase, die bei akutem Stress hilft. Wer es spiritueller mag, kann sich auf die Suche nach den ureigenen Kräften des menschlichen Körpers machen. Die gesundheitliche Wirkung der unterschiedlichen Yoga-Stile ist jedoch gleich: Yoga kräftigt, sorgt für mehr Ausgeglichenheit und hilft dabei, in Kontakt mit sich selbst zu kommen

Yoga-Stile

Hatha-Yoga

Dieser Stil ist in Europa am bekanntesten und besteht aus drei Säulen: Asanas (körperliche Übungen), Pranayama (Atemtechnik) und Meditation. Viele bekannte Yoga-Übungen finden sich hier, etwa die sogenannte „Feueratmung“, bei der man mit schnellen und kräftigen Atemzügen die Lunge reinigt. Aber auch komplexe Positionen sind Teil des Hatha-Yogas. Natürlich gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen, und Anfänger:innen müssen nicht gleich den Kopfstand mit hinter dem Rücken verschränkten Armen praktizieren; auch leichte Kräftigungsübungen, Dehnungen und stilles Stehen gehören zum Programm. Viele neuere Yoga-Stile basieren auf dem Hatha-Yoga, das es schon seit dem 14. Jahrhundert gibt. Einige moderne Weiterentwicklungen greifen zudem Elemente aus westlichen Entspannungsübungen und der Gymnastik auf. Meist folgen auch die modernen Abwandlungen dem Grundprinzip des Hatha-Yogas, dass die Entspannung vom Körper ausgeht, durch bewusstes Atmen verstärkt wird und sich so schließlich auf den Geist überträgt – obwohl man an jedem dieser drei Punkte ansetzen kann, um positiv auf die anderen einzuwirken.

Vinyasa Flow

Im strengeren Sinne ist Vinyasa Flow kein eigener Stil, sondern eher eine Art des Übens. Man ist kontinuierlich in Bewegung und fordert den ganzen Körper. Die stetig wechselnden Positionen führen etwa in den Seitliegestütz, man stemmt sich auf die Arme, hebt die Beine, reckt und streckt sich. Große Bekanntheit hat dieser Stil durch die Yoga-Lehrerin Mady Morrison gewonnen, die verschiedene Flows in ihren Youtube-Videos vorstellt.

Power-Yoga/Ashtanga-Yoga

Eine Steigerung des Vinyasa Flows: Es gibt eine feste Reihenfolge, es finden rasche Wechsel und körperlich fordernde Übungen statt. Power-Yoga wird oft in Fitness-Studios angeboten und richtet sich an sportliche Menschen, die sich gern auspowern wollen.

Yin Yoga

Das Gegenteil zum Power-Yoga ist das Yin Yoga. Es geht um Langsamkeit und darum, sich Zeit zu nehmen. Man nimmt Positionen ein, die man leicht halten kann, geht in eine Dehnung und spürt in den Körper hinein. Nur fühlen und atmen, pro Position drei bis sieben Minuten lang. Wer es gewohnt ist, sich viel zu bewegen und aktiv durchs Leben zu gehen, für den kann Yin Yoga eine Bereicherung sein – aber auch eine ziemliche Herausforderung. Äußerlich nichts zu tun, konfrontiert einen womöglich mit dem Wust an umhertreibenden Gedanken und Gefühlen, denen man sich sonst gar nicht bewusst ist, zwischen Einkaufen, Arbeit und Handy-Ablenkung. Ein meditativer Stil, der stark nach innen gerichtet ist.

Kundalini-Yoga

Dieser Yoga-Stil unterscheidet sich von den anderen Stilen, weil es hier um besonders um Spiritualität geht. Der Stil ist eng verknüpft mit religiösen Strömungen des Hinduismus und Buddhismus (dem sogenannten Tantrismus). Ziel ist es, die „Kundalini“, eine Art Kraft im Körper des Menschen, zu wecken. Atmung, Meditation und rhythmisch-dynamische Übungen sollen das bewirken. Auch das Konzept von Chakren als Energiezentren im Körper spielt hier eine wichtige Rolle.

Acroyoga

Dieser Stil ist erst 20 Jahre alt und verbindet Akrobatik mit Yoga. Für viele Übungen muss man zu zweit sein, denn beim Acroyoga gibt es zum Beispiel Hebefiguren, bei denen man die andere Person auf den Füßen balanciert. Das Ziel ist hier: Spaß haben und ausprobieren, aber auch vertrauen und loszulassen. Am Ende empfinden sich beide Acroyogi im Idealfall als körperliche Einheit.

Hot Yoga oder Bikram Yoga

Eins vorweg: Nein, beim Hot Yoga geht es nicht darum, bei den Übungen möglichst attraktiv auszusehen. Beim Hot Yoga (oder Bikram Yoga) handelt es sich nicht um einen Stil im engeren Sinne, sondern um die Übungsbedingungen: zwischen 35 und 40 Grad herrschen dabei im Studio oder draußen. Durch die hohe Temperatur werden die Übungen (meist Asanas, wie sie auch im Hatha-Yoga praktiziert werden) noch intensiver.

Yoga in der Schwangerschaft

Bei Yoga für Schwangere kommt es ganz darauf an: in welchem Trimester ist man, hat man schon Yoga-Erfahrung, um welchen Yoga-Stil geht es? Grundsätzlich gilt: Am Anfang der Schwangerschaft kann man alle Übungen machen, die einen auch vor der Schwangerschaft nicht überfordert hätten. Wird der Bauch runder, verzichtet man meist von ganz allein auf die Positionen, die einem nicht gut tun – oder besucht einen Yoga-Kurs extra für Schwangere, wo individuelle Abwandlungen für Übungen gezeigt werden, die mit Baby-Bauch schwierig sind. Und noch einen Vorteil hat Yoga während der Schwangerschaft: Es wirkt noch ausgleichender als etwa Schwimmen oder Walken und bringt einen viel stärker mit sich selbst in Kontakt. Ideal also in einer Zeit, in der sich der eigene Körper und die Emotionen stark verändern.

Yoga und Urlaub

Es muss nicht gleich das Yoga-Retreat auf Bali sein: Einen Yoga-Kurs kann man auch ganz einfach in seinen Urlaub einbauen. Manche Hotels bieten Kurse gleich vor Ort an, oft nutzen Yoga-Lehrerinnen auch die Möglichkeit, die Stunde mit den Gästen gleich am Strand, in den Bergen oder an einem See mit Aussicht abzuhalten. Deshalb findet man in typischen Urlaubsregionen wie Garmisch-Partenkirchen auch zahlreiche Kurs-Angebote für angehende Yogis, etwa am Eibsee mit Blick auf die Alpen.

SUP-Yoga

Eine ganz besondere Yoga-Form ist das SUP-Yoga: Eine Kombination aus Stand-Up-Paddling und Yoga. Der Trend lässt sich leicht erklären. Erstens ist die Atmosphäre auf dem Wasser ganz besonders: Wellen glucksen, der Blick wandert zum Horizont, man hat ein Gefühl von Freiheit und Weite. Das hilft dabei, Ruhe zu finden und abzuschalten. Zweitens steht man beim Stand-Up-Paddling auf einem wackeligen Board, muss also noch mehr darauf achten, sein Gleichgewicht zu finden – innerlich wie äußerlich. Durch die winzigen Ausgleichsbewegungen wird auch die Tiefenmuskulatur trainiert. SUP-Yoga kann man gut auf ruhigen Gewässern machen, etwa auf dem Staffelsee bei Murnau oder dem Chiemsee. Auch hier gibt es reichlich Kurs-Angebote für SUP-Yoga-Anfänger.