Seebadtradition bei Hamburg und Lübeck

Nach Heiligendamm und Norderney ist Travemünde das dritte Seebad in Deutschlands Norden. Gegründet 1802 um die neumodische Erfindung des Badens im Meer zu kultivieren, entwickelte sich das Fischerdorf zu einem Ort wo man zur Sommerfrische hinfuhr. Natürlich nur mit Badearzt und Badekarren. 3.000 Badegäste zählte das Seebad schon im ersten Jahr nach der Gründung. Und irgendwann reichte der Badekarren nicht mehr für die schier endlos lang werdenden Schlangen. Eine Seebadeanstalt auf Pfählen musste her. Jetzt konnten hier viele Gäste gleichzeitig baden – aber nur getrennt in Damen- und Herrenbereiche. Erst 1927 wurde das Baden von Strandkörben aus freigegeben. Und jetzt entwickelte sich der kleine Ort am Meer touristisch in Höchstgeschwindigkeit. Strandvillen wurden gebaut, die Bäderarchitektur nahm immer dekorativere Formen an. 1882 hielt dann die erste Eisenbahn im Ort und ab da wurde es in Travemünde so richtig voll. Gäste aus nah und fern kamen zur traditionellen Sommerfrische. So zum Beispiel Joseph von Eichendorff, Emanuel Geibel, Richard Wagner, Clara Schumann, Edvard Munch und Thomas Mann. Natürlich musste man der High Society auch Unterhaltung bieten und so entstand das berühmte Spielcasino Travemünde. 1949 eröffnete der Spielbetrieb im Kursaal, dem heutigen Atlantic Grand Hotel Travemünde. Hier wurde Roulette, Rouge et Noire und Pharao gespielt, bis man müde wurde. 2012 zog die Spielbank nach Lübeck ans Holstentor um.  

Travemünde im Sommer 

Im Sommer ist Travemünde besonders bei heißen Temperaturen eine Wohltat. Der frische Wind vom Meer ist allein schon eine Reise wert.  
Regnet es, ist das noch kein Grund zur Verzweiflung. Auch ein Schlechtwetter-Spaziergang an der Strandpromenade ist ganz typisch Travemünde. Muss doch eine Alternative her, geht es ins Seebadmuseum. Hier lernt man alles über die Bademode am Kurstrand früher, was aus den Fischern wurde und welche Reichen und Schönen hier schon flanierten. Das eigentliche Fachwort für das Flanieren in Travemünde ist allerdings „promenieren“. Wenn man also schon hier ist, sollte man viel Zeit für das Promenieren auf 1,7 Kilometer Länge einplanen. Zu beiden Seiten gibt es jede Menge zu sehen: Auf der einen Seite Schiffe in der Lübecker Bucht, die Kurs auf Travemünde nehmen und auf der anderen Seite einladende Hotels, Villen und Cafés. Wer es ursprünglicher mag, geht weiter zum Brodtener Steilufer und erhält einen schönen Panoramablick zwischen Travemünde und Niendorf. Vier Kilometer ist das Steilufer lang und ganze 20 Meter hoch. Zwischendurch gibt es Bänke für Pausen auf denen man ein kleines Picknick mit Meerblick machen kann. Bis nach Niendorf geht man ungefähr eine Stunde. Direkt am Strand unten ist das Gehen nicht ganz so leicht – dafür macht hier aber Hühnergott-Sammeln oder das Suchen nach Bernsteinen großen Spaß.
Natürlich darf das Entspannen am Strand im Sommer nicht fehlen. Entweder direkt am Travemünder Hausstrand oder via kleinem Ausflug an den Priwall. Dafür nimmt man die Priwallfähre und dann geht es entlang des Traveufers Richtung Passathafen, durch ein Wäldchen und schließlich über den Dünenweg zum Priwall-Strand. Zum Abschluss oder als Snack zwischendurch lohnt sich ein Ausflug zum Fischereihafen. Hier ein Fischbrötchen genießen, bevor es wieder nach Hause geht und noch einmal auf den Kutter schauen. Wer planen kann, sollte zum Kultursommer in Travemünde sein denn gibt es ganze elf Tage lang Open-Air-Konzerte, Schauspiel, Lesungen und mehr zu erleben. Natürlich immer mit den Füßen im Travemünder Sand und der Nase Richtung Meer. Kinder finden auf dem Strandspielplatz neue Freunde und zahlreiche Möglichkeiten zum Klettern und Toben. Hunde sind auf Hundestränden zum Beispiel im vorderen Bereich des Priwalls herzlich willkommen.

Travemünde im Winter 

Travemünde im Winter ist pure Romantik. Ein eiskalter Meeresluftspaziergang, heißer Glühwein, Fackelwanderungen am Strand und vielleicht ein Bummel nach Lübeck füllen das Herz mit Winterglück. An der Nordermole begrüßen drei Elche den Travemünde-Besuch und bieten die perfekte Kulisse für kalte aber glückliche Selfie-Momente. Die Seebrücke friert im Winter oft ein und lässt Eiszapfen entstehen, die besonders Kinder staunen lassen.  

Shopping in Travemünde 

Natürlich kann Travemünde mit den großen Städten Lübeck und Hamburg beim Thema Shopping nicht mithalten. Dennoch finden sich ein paar kleine aber feine Geschäfte im Ort. Vor allem am Hafen und am Wasser entlang in der Kurgartenstraße und an der Vorderreihe an der Trave kann man fündig werden. Natürlich gibt es das berühmte Lübecker Marzipan auch in Travemünde zu kaufen aber auch Sportsachen, Mode und Artikel des täglichen Bedarfs bekommt man.  

Wo kann ich parken? 

Gegen Gebühr ist das Parken in Travemünde kein Problem. Es gibt einen großen gebührenpflichtigen Parkplatz an der Vorderreihe, in der Paul-Brümmer-Straße, einen am Strandbahnhof und einen Parkplatz am Fischereihafen. Etwa 3.500 Parkplätze gibt es in Travemünde insgesamt – meist reicht das auch zur Hauptsaison. Viele Travemünder-Besucher kommen von Hamburg aus mit der Bahn. Der Bahnhof liegt direkt im Zentrum. Von hier aus ist alles gut zu Fuß zu erreichen.   

Übernachten in Travemünde 

Das erste Haus am Platz ist das A-ROSA Resort Travemünde. Perfekt in erster Reihe an der Ostsee gelegen, ist das Hotel der richtige Ort für eine langes Entspannungswochenende. Aber auch Flitterwöchner und frisch Verliebte kommen gern hier her. Kinderbetreuung gibt es im Haus ebenfalls, sodass auch Familien hier entspannte Tage verbringen können. Das denkmalgeschützte Kurhaushotel hat einen wunderschönen Außenpool mit Blick auf die Ostsee, einen großzügigen Saunabereich und viele buchbare Wellness-Angebote. Hier kann man gut und gern die Tage nur im Hotel verbringen und nur ab und zu mal das Haus zum Spaziergang verlassen. Ansonsten gibt es viele Ferienhäuser und Apartments, die in den Sommermonaten immer sehr gut gebucht sind.  

Ausflüge in die Umgebung von Travemünde 

Wer einmal in Travemünde ist, muss eigentlich auch einmal nach Lübeck. Die Hansestadt hat einige historische Bauwerke zum Bestaunen. Hier kann man Bummeln, leckere Fischbrötchen essen, Marzipan einkaufen oder auf den Spuren der Familie Mann wandeln. Nicht weit ist es auch zum Hansa-Park. Mit Kindern ist dieser Erlebnis- und Freizeitpark zwischen Sierksdorf und Neustadt in Holstein mit Achterbahnen, Fahrgeschäften und mehr eine echte Alternative zu ruhigen Strandtagen. Auch das Sea Life Aquarium Timmendorfer Strand ist nicht weit weg. Hier sieht man Fische und Wassertiere aus Region, exotische Wesen und einige von ihnen darf man auch berühren. Oder man fährt nach Grömitz wo eine Tauchgondel steht, mit der man in die Tiefen des Meeres abtauchen kann ohne nass zu werden. Und schließlich gibt es noch Schlösser in der Umgebung in Boltenhagen und Eutin – wo man barocke Baukunst bewundern kann.