Reiseziele

7 Dinge, die du in Deutschlands außergewöhnlichsten Naturschutzgebieten erleben musst

Was wäre ein Besuch in Paris, ohne den Eifelturm gesehen zu haben? Ein Städtetrip nach Rom, ohne das Kolosseum zu bestaunen? Oder ein Urlaub an der Küste ohne Strandspaziergang?

von Ilka Bröskamp3.11.2023
Ausgeschlafen und bei einem frisch zubereiteten Hafermilch-Latte, schreibt Ilka leidenschaftlich gern über bewussteres Leben und Reisen.

Wie all diese Ausflugsziele, so bietet auch jedes der folgenden Naturschutzgebiete seinen Besucher:innen ein ganz besonderes Highlight. Wir zeigen dir 7 Dinge, die du in Deutschlands außergewöhnlichsten Naturschutzgebieten unbedingt erleben solltest.

01

Wasservögel beobachten im „Grünen Brink“

Gänse und Enten schwimmen im Wasser, während in der Luft schreiende Möwen ihre Kreise ziehen und Seeschwalben zur Beutesuche rütteln. Große und kleine Watvögel stochern in Schlammflächen nach Nahrung und im angrenzenden Wald finden Zugvögel aus Skandinavien einen geschützten Rastplatz. Rund 170 Vogelarten nutzen die Lebensräume des „Grünen Brink“.

Das Naturschutzgebiet an der Nordküste Fehmarns, nur drei Kilometer westlich von Puttgarden, ist ein Biotop für Wasservögel. Sein charakteristischster Bewohner ist der Rothalstaucher, der sich schwimmend und tauchend zwischen üppiger Ufervegetation und dem Meer rundum wohl fühlt.

Die Landschaft des etwa zweieinhalb Kilometer langen „Grünen Brink“ wandelt sich ständig, denn Hochwasser und Meeresströmung formen die Küste kontinuierlich. Hier anlandender Sand und Geröll bildeten schmale Landstreifen, die flachere Teile des Meeres vom offenen Wasser abtrennten und drei Strandseen entstehen ließen. Ausgerüstet mit Kamera und Fernglas kannst du die vielfältige Vogelwelt im Naturschutzgebiet auf den gut erschlossenen Wegen wunderbar beobachten.

Was ist ein Naturschutzgebiet und warum schützen wir unsere Ökosysteme?

Naturschutzgebiete bewahren natürliche Lebensräume spezieller Tiere und Pflanzen. So sollen die Erhaltung der biologischen Vielfalt sichergestellt und Eingriffe des Menschen mit Rücksicht auf die Natur eingeschränkt oder unterbunden werden. Damit sichern sie Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen.

Diese besonderen Gebiete sind flachenmäßig meist kleiner als Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks. Neben den Nationalparks zählen sie zu den am strengsten geschützten Flächen in Deutschland und machen rund 6,3 Prozent der Gesamtfläche des Landes aus.

02

Fotografieren im „Gespensterwald Nienhagen“

Im „Gespensterwald Nienhagen“ lauern zwar keine Geister, dafür warten einzigartige Fotomotive darauf, von deiner Kamera eingefangen zu werden. Das Naturschutzgebiet ist mit einer Länge von etwa 1,3 Kilometern Teil des Waldgebietes Nienhäger Holz.

90 bis 170 Jahre alte Eichen, Buchen, Hainbuchen und Eschen stehen hier direkt an der Steilküste. Der salzhaltige, feuchte und zeitweise stürmische Ostseewind hat über Jahrzehnte das Erscheinungsbild des Waldes geprägt: Kronen und Stämme scheinen vor dem Wind zu fliehen, Licht- und Schattenspiele erzeugen zwischen den ungewöhnlichen Baumformationen eine mystische Stimmung.

Vor allem bei Dämmerung, Nebel oder Wind scheint der Gedanke an Gespenster und Geister in diesem Wald nicht allzu abwegig. Nahezu jede Jahres- und Tageszeit bietet (Hobby-)Fotograf:innen einzigartige Fotomotive. Deine Kamera darf bei einem Ausflug in den „Gespensterwald Nienhagen“ also auf keinen Fall fehlen.

03

Sonnenaufgänge genießen im „Südlichen Priwall“

Seit mehr als 20 Jahren bildet der südliche Teil der Halbinsel Priwall zusammen mit dem Flachwasserbereich „Pötenitzer Wiek“ das Naturschutzgebiet „Südlicher Priwall“. Hier triffst du auf ostseeküstentypische Biotope sowie Rast- und Brutgebiete für Zugvögel. Zwischen sanften Dünen und Wald wachsen Strandroggen und Sanddornbüsche.

Unzählige, oft noch menschenleere Rund- und Wanderwege führen vorbei an Salzwiesen und entlang an Ostseestränden, die zum Baden einladen. Ein ganz besonderes Naturschauspiel bieten im „Südlichen Priwall“ die frühen Morgenstunden. Über der Wasseroberfläche klettert die Sonne im Osten langsam am Horizont empor und taucht die Küstenlandschaft in warmes, orangenes Licht. Am Himmel vorbeiziehende Möwen runden das traumhafte Motiv ab.

Möchtest du einen unvergesslichen Sonnenaufgang erleben, bist du im Naturschutzgebiet „Südlicher Priwall“ genau am richtigen Ort.

04

Flamingos entdecken im „Zwillbrocker Venn“

Als vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Region ist das Münsterland nicht gerade bekannt für seine paradiesische Natur oder exotischen Lebewesen. In den Sommermonaten sieht das mancherorts jedoch anders aus.

Zwischen farbenfroh blühenden Heidelandschaften, Mooren, flachen Seen und Feuchtwiesen schenkt das Naturschutzgebiet „Zwillbrocker Venn“ der weltweit nördlichsten Flamingo-Kolonie ein Zuhause. Von März bis August kannst du die rosaroten Vögel vor allem an den flachen Ufern der Inseln entdecken.

Auch zur Brut lassen sich die grazilen Flamingos im Venn nieder, bevor sie im Winter in etwas mildere Regionen weiterziehen. Die ersten Jungen schlüpfen meist ab Mitte Mai. Für einen besonders guten Blick auf die Flamingos sowie die vielen anderen Vogelarten, Tiere und seltenen Pflanzen im „Zwillbrocker Venn“, bringst du am besten ein Fernglas mit.

05

Seltene Bergblumen bestimmen im „Geigelstein“

Blau blühender Enzian, leuchtend gelbe Trollblumen oder hellblau strahlendes Vergissmeinnicht – nicht ohne Grund wird der „Geigelstein“ auch „Blumenberg“ genannt. Während einer Wanderung durch das 3135 Hektar große Naturschutzgebiet in den Chiemgauer Alpen, kannst du die farbenfrohe Vielfalt der heimischen Flora entdecken.

Durch den Einsatz einer Bürgerinitiative wurde das Geigelsteingebiet 1991 unter Naturschutz gestellt. Der geplante Bau von Skischaukel und Bergbahnen konnte so verhindert und die Erhaltung vieler vom Aussterben bedrohter Pflanzen und Tiere sichergestellt werden. So findest du im „Geigelstein“ mit etwas Glück neben charakteristischen Bergblumen zudem noch zahlreiche Pflanzen, die man andernorts vergeblich sucht. Darunter das sehr seltene, nach Vanille duftende Rote Kohlröschen und Eiszeitrelikte wie die Mondraute.

Sportarten wie Mountainbiken, Gleitschirmfliegen oder Skifahren sind im Naturschutzgebiet „Geigelstein“ mit Rücksicht auf die Natur hingegen nur sehr eingeschränkt möglich.

06

Alles über Orchideen lernen im „Auer Weidmoos“

Wer seltene Blumen entdecken möchte, wird auch im „Auer Weidmoos“ fündig. Von April bis Oktober blühen im Naturschutzgebiet in der oberbayerischen Gemeinde Bad Feilnbach zahlreiche streng geschützte Orchideen.

Auf einer Fläche von 77 Hektar, zwischen plätschernden Bächen, dem Aubauch im Norden und dem Jenbach im Süden, liegt das „Auer Weidmoos“ inmitten einer Niedermoorfläche. Das Grundwasser versorgt die Pflanzen mit Mineralien und lässt sie so üppiger wachsen.

Bei allein elf verschiedenen Arten, die in den Streuwiesen des „Auer Weidmooses“ zu finden sind, kannst du einiges über Orchideen lernen. Erkunde die unterschiedlichen Farben, Formen sowie Düfte und genieße den seltenen Anblick vom Aussterben bedrohter Pflanzen wie dem Sumpf-Knabenkraut.

Worauf sollten wir bei einem Besuch im Naturschutzgebiet besonders achten?

Damit sich wild lebende Tiere und Pflanzen ohne menschliche Eingriffe entfalten und bedrohte Biotope und Ökosysteme wiederhergestellt werden können, gelten bei einem Besuch im Naturschutzgebiet einige Regeln.

Grundsätzlich hat die Natur in den ausgewiesenen Schutzgebieten Vorrang und du solltest respektvoll mit ihr umgehen:

– Bleibe auf ausgewiesenen Wegen
– Hinterlasse keinen Müll
– Vermeide Lärm
– Hunde müssen angeleint werden
– Pflücke keine Blumen
– Zelten und grillen ist untersagt

Diese allgemeinen Regeln gelten für alle Naturschutzgebiete. Beachte aber auch immer lokale Aushänge sowie Infotafeln an den Eingängen.

07

Libellen zählen in der „Eggstätter-Hemhofer-Seenplatte“

Aufgeregt zirbt, zwitschert und summt es, sobald man einen der vielen Waldwege der „Eggstätter-Hemhofer-Seenplatte“ betritt. Kein Wunder, denn neben Vögeln, Enten, Eidechsen und Faltern sind auch rund 50 Libellenarten im von Seen, Sümpfen, Toteislöchern, Wäldern und Mooren geprägten Naturschutzgebiet zuhause.

17 Einzelseen, die sich nordwestlich des Chiemsee erstrecken, bilden die „Eggstätter-Hemhofer-Seenplatte“, eine von den Gletschern der Eiszeit geschaffene Naturlandschaft im bayerischen Alpenvorland.

Bei gutem Wetter wird das Naturschutzgebiet zu einem wahren Libellenparadies. Im Moor lassen sich dann unzählige Libellenarten beobachten. Unter ihnen auch die vom Aussterben bedrohte „zierliche Moosjungfer“. Wie viele unterschiedliche Arten kannst du bei deinem Besuch entdecken?

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