Inspiration

7 artesische Quellen in Deutschland

Wasser, das scheinbar aus dem Nichts sprudelt – artesische Quellen sind ein Naturwunder, das Menschen seit Jahrhunderten fasziniert.

von Nadine Pinezits12.3.2025
Nadine liebt die Berge, den Wald hinter ihrem Elternhaus, die Küsten Portugals und ihre Kamera, mit der sie sämtliche ihrer Abenteuer einfängt.

Sie entstehen, wenn Wasser in einem unterirdischen Reservoir unter Druck steht und durch eine natürliche Öffnung an die Oberfläche gelangt. Dieses Phänomen erzeugt oft eindrucksvolle Wasseraustritte, die nicht nur eine geologische Besonderheit darstellen, sondern auch Landschaften formen. Deutschland beherbergt einige dieser spektakulären Quellen – hier sind sieben der beeindruckendsten artesischen Wasserquellen des Landes:

01

Die Steinsieker Quelle in Löhne (Nordrhein-Westfalen)

Die Steinsieker Quelle in Löhne ist eine der bekanntesten artesischen Quellen in Deutschland. Die Quelle ist seit langer Zeit bekannt und wurde bereits in historischen Aufzeichnungen erwähnt. Sie liegt im hügeligen Ravensberger Land zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge, wo die geologischen Bedingungen für besonders mineralstoffreiches Wasser sorgen. Mit über 620 mg Calcium pro Liter gehört das Steinsieker Wasser sogar zu den calciumreichsten Mineralwässern in Deutschland und Europa.

02

Die Tönissteiner Quellen in der Vulkaneifel (Rheinland-Pfalz)

Die Tönissteiner Quellen in der Vulkaneifel sind eine echte Perle unter den deutschen Mineralquellen. Aus über 600 Metern Tiefe steigt das Wasser dank natürlichen Überdrucks ganz von selbst an die Oberfläche – ein klassisches Merkmal einer artesischen Quelle. Dabei nimmt es auf seinem Weg durch die vulkanischen Gesteinsschichten wertvolle Mineralstoffe auf und wird von Natur aus mit Kohlensäure angereichert. Das macht es nicht nur besonders erfrischend, sondern auch reich an wichtigen Spurenelementen.

03

Der artesische Brunnen am Kur-Stadt-Weg in Bad Düben (Sachsen)

Seit Sommer 2008 plätschert in Bad Düben auf dem Kur-Stadt-Weg ein artesischer Brunnen. Das Wasser steigt dort aus einer Tiefe von knapp 75 Metern von selbst an die Oberfläche, ohne dass eine Pumpe benötigt wird. Dieses Phänomen entsteht durch den Überdruck des Grundwassers in dieser Region. Der Brunnen ist ein beliebter Anlaufpunkt für Spaziergehende und Kurgäste, die das natürliche Austreten des Wassers bestaunen möchten.

04

Die Artesische Quelle im Naturpark Aukrug (Schleswig-Holstein)

Die artesische Kimberquelle befindet sich im Naturpark Aukrug, einer 380 Quadratkilometer großen Region in der Mitte Schleswig-Holsteins, geprägt von Wäldern, Wiesen, Teichen, Bächen, Hügeln und Feldern. Die Quelle wurde im Jahr 1884 entdeckt. Das mineralstoff- und natriumarme Quellwasser sprudelt durch natürlichen Druck aus der artesischen Kimberquelle und wird seit 2015 von der Hohenwestedter Werkstatt abgefüllt und verkauft.

05

Das Gründleinsloch in Donnersdorf (Unterfranken)

Das ündleinsloch, auch als "Blaue Grotte" bekannt, ist eine artesische Quelle bei Donnersdorf im Landkreis Schweinfurt. Hier tritt das Quellwasser aus einem Felsspalt hervor, gespeist durch unter Druck stehendes Grundwasser, das zwischen wasserundurchlässigen Schichten eingelagert ist. Dieses Naturdenkmal liegt an den Ausläufern des nördlichen Steigerwalds, nordwestlich von Pusselsheim, und ist als wertvolles Geotop vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesen. Außerdem: Diese Quelle ist nicht nur geologisch interessant, sondern auch von kultureller Bedeutung, da sich zahlreiche Sagen und Geschichten um das Gründleinsloch ranken.

06

Die Artesische Quelle in Bad Pyrmont (Niedersachsen)

Bad Pyrmont in Niedersachsen ist bekannt für seine Vielzahl an Heilquellen, die teils artesisch sind und seit Jahrhunderten für therapeutische Zwecke genutzt werden. Bad Pyrmont zählt zu den traditionsreichsten Heilbädern Europas. Das Wasser aus den sieben Quellen enthält eine hohe Konzentration an gelösten Mineralien und wird besonders bei Haut- und Atemwegserkrankungen empfohlen. Besonders die Friedrichsquelle, die im nördlichen Teil Bad Pyrmonts im Friedrichspark entspringt, ist beeindruckend. Sie schüttet etwa 40 Liter Heilwasser pro Minute aus und ist für jedermann frei zugänglich.

07

Die Sauerquelle von Gerolstein (Rheinland-Pfalz)

Das Gerolsteiner Mineralwasser kennen wir wohl alle. Die Geschichte dahinter kennen hingegen nur die wenigsten: Die Stadt Gerolstein in der Vulkaneifel ist bekannt für ihre mineralstoffreichen Quellen, die durch die geologischen Besonderheiten der Region geprägt sind. Eine dieser Quellen wurde 1887 entdeckt, als der Geologe und Bergwerksdirektor Wilhelm Castendyck bei Bohrungen nach natürlicher Kohlensäure auf eine artesische Quelle stieß. Das Wasser schoss dabei in einer 30 bis 40 Meter hohen Fontäne empor, was auf den hohen Druck im unterirdischen Wasservorkommen hinweist. Die besondere Geologie der Vulkaneifel mit ihrer vulkanischen Vergangenheit sorgt außerdem für eine natürliche Kohlensäure und viele Mineralien, die das Wasser so besonders machen. Kein Wunder also, dass Gerolstein heute für sein Mineralwasser berühmt ist.

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