Ab aufs Rad: Tipps für Rennrad-Newbies von Kathrin Schafbauer

von Laurie Hilbig12.4.2024
Laurie liebt es, in der Natur zu sein. Ob Wanderung oder Yoga-Einheit – Hauptsache durchatmen und das „Draußen“ genießen.
Ein rotes Rennrad steht vor einer gelben Wand.

Pures Freiheitsgefühl: Das empfindet Kathrin Schafbauer, wenn sie auf einem Rennrad fährt. Sie liebt es, sich auf Touren auszutoben und fotografiert den Sport auch – wie die Tour de France oder den Giro d’Italia.

Wie sie selbst zum Radsport fand, erzählt Kathrin uns in einem kleinen Interview. Und da Rennradfahren gerade im Trend liegt, haben wir die Expertin außerdem um Tipps für Anfänger:innen gebeten.

Liebe Kathrin, schön, dass du dir heute Zeit für uns nimmst. Du liebst Rennradfahren, bist aber erst durch einen gewissen Auslöser dazu gekommen. Was war die ausschlaggebende Situation?

Genau – ich hatte viel zu viel gearbeitet. Als freiberufliche Fotografin war ich den ganzen Tag allein im Homeoffice und das war gar nicht gut für mich. Ich habe mich zu wenig bewegt, immer vor dem Computer gesessen, viele anstrengende Aufträge umgesetzt und kaum Pausen gemacht. Irgendwann war ich richtig ausgebrannt und konnte nicht mehr. Ich habe einen Cut gemacht und bin erstmal für ein paar Monate ausgestiegen. Während dieser Zeit dachte ich: Ich muss raus und mich bewegen. Mein Mann ist zu dem Zeitpunkt schon viel Rennrad gefahren und hat mich dann auch dazu gebracht. Ich war vorher zwar immer skeptisch, habe es dann aber ausprobiert.

„Man tritt in die Pedale und hat das Gefühl, man würde fliegen oder gleiten. Außerdem ist man auch viel schneller als mit einem normalen Fahrrad. Ich habe also Gegenden erkundet, die ich bei uns noch nie gesehen habe und habe meine Touren stetig verlängert.“

Wie war das Gefühl für dich – zum ersten Mal auf dem Rennrad?

Es war unglaublich. Das ist ganz anders als normales Fahrradfahren. Man tritt in die Pedale und hat das Gefühl, man würde fliegen oder gleiten. Außerdem ist man auch viel schneller als mit einem normalen Fahrrad. Ich habe also Gegenden erkundet, die ich bei uns noch nie gesehen habe und habe meine Touren stetig verlängert. Dieses Freiheitsgefühl hatte mich total in den Bann gezogen. Für mich ist Rennradfahren wie meditieren. Ich schalte so richtig ab und genieße einfach das Fahrgefühl und die Umgebung um mich herum.

Du fotografierst auch die großen Rennrad-Wettbewerbe. Wie kam es dazu?

Richtig, meine Begeisterung über Fotografie ging dann mit einher. Die bis dahin vorhandenen Fotos fand ich oft nicht so ästhetisch. Ich habe den Rennrad-Sport dann nach meinen Leitlinien fotografiert und auch ein wenig stylischer dargestellt. Die Fotos habe ich dann an Magazine geschickt und die Leute waren begeistert. So kam auch der Rennrad-Profi Rick Zabel auf mich zu. Ich wurde dann Teil seines Teams und war bei der Tour de France und dem Giro D’Italia als Fotografin mit dabei.

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7 Tipps für Anfänger:innen im Rennradsport – von Kathrin Schafbauer

01

Wann sollte ich starten und wo bekomme ich ein Rennrad her?

Prinzipiell kann man auch im Winter starten, aber im Frühjahr oder Sommer macht es definitiv mehr Spaß. Und Winter-Ausrüstung ist zudem auch sehr teuer. Beginne also am besten, wenn es wärmer wird. Um erstmal das Fahrgefühl zu testen, kannst du dir bei bestimmten Sportgeschäften auch ein Rennrad ausleihen. Oder du fragst im Freundeskreis nach. Wenn es eine Nummer zu klein ist, geht das trotzdem. Nur ein zu großes Fahrrad ist ungünstig.

02

Welche Kleidung sollte ich tragen?

Ganz wichtig ist vor allem eine Hose mit Polstern. Sonst tut der Hintern richtig weh. Wichtig: keine Unterhose darunterziehen. Das scheuert sonst ziemlich. Die gepolsterte Hose wäscht du also direkt nach dem Training. Die muss für den Beginn auch nicht so teuer sein. Als Oberteil ist für die erste Fahrt erstmal ein atmungsaktives Shirt passend. Danach empfiehlt sich ein windschnittiges Trikot und ein Baselayer für darunter.

03

Wie steht es um Klickpedalen & Schuhe?

Für die erste kurze Fahrt kannst du mit normalen Turnschuhen und ohne Klickpedale fahren. Einfach, um erstmal das Fahrgefühl zu erleben. Du solltest aber keine größeren Touren ohne Klickpedale machen, denn die Gefahr abzurutschen und sich zu verletzten ist zu groß. Sich an Klickpedale zu gewöhnen ist nicht ganz easy. Man sollte sich darauf einstellen, am Anfang auch mal hinzufallen. Am besten sucht man sich eine ruhige Straße oder einen Platz, fährt ein paar Meter, klickt sich aus und dann wieder ein. Mach das ruhig ein paar Mal, mit der Zeit wird man dann sicherer.

Schuhe kann man sich nicht so einfach leihen – außer vielleicht im Bekanntenkreis. Ansonsten, wenn du Geld sparen möchtest, könntest du online nach gebrauchten Schuhen gucken.

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04

Welche Art von Helm bietet sich an?

Einen Helm zu tragen ist auf jeden Fall sehr wichtig. Für die ersten Fahrten kann man einfach einen normalen Helm tragen. Danach kannst du dir einen speziellen Helm fürs Rennradfahren besorgen. Der ist viel leichter vom Gewicht her, wenn auch nicht ganz billig.

05

Wie sollte man sich auf Tour verpflegen?

Essen und Trinken ist auch ein sehr wichtiger Punkt. Niemals losfahren, ohne vorher gegessen zu haben. Und auch währenddessen muss man sich Flüssigkeit und Essen stetig zuführen. Denn man verbrennt richtig viel beim Rennradfahren. Und dann kann der Moment leicht überschritten sein: Wenn der Körper seinen Zucker verbraucht hat, kann einem schnell mal richtig übel werden. Am Anfang eignet sich als Getränk eine Saftschorle, aber wenn du die Touren ausdehnst, solltest du ein elektrolythaltiges Getränk dabeihaben. Dazu bieten sich Müsliriegel oder eine Banane an.

06

Wie lange sollten meine Strecken am Anfang sein?

Ich würde das nach Gefühl machen. Meine erste Tour war 30 Kilometer lang. Man ist sehr schnell mit dem Rennrad. Für andere wäre eine Strecke von 20 Kilometern vielleicht auch ausreichend. Da sollte jede:r auf sich selbst hören. Der Spaß steht im Vordergrund und man muss sich an den Sport erst einmal in Ruhe gewöhnen.

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07

Wie baue ich meine Kondition stetig auf?

Nachdem du Strecken wählst, die von der Länge her für dich passen, wirst du merken, dass sich deine Kondition sehr schnell aufbaut. Am Anfang tut einem alles weh und man muss sich durchkämpfen. Aber das wird schnell besser, wenn man dranbleibt und ein bis zwei Mal die Woche fährt. Wichtig ist, genügend Pausen zwischendrin zu machen. Man kann die Distanz dann auch verlängern oder Routen wählen, die hügelig sind. Dann wird es automatisch anstrengender und die Kondition wird stetig besser.

Liebe Kathrin, vielen Dank für deine persönlichen Eindrücke und die Tipps! Wir wünschen dir weiterhin viel Freude beim Rennradfahren und Fotografieren.

Weitere Eindrücke findest du auf Instagram:

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