Inspiration

Natürlich selbstgemacht: Reinigungs- und Waschmittel aus wenigen Zutaten

Es ist gar nicht untypisch, dass wir unsere Haushaltsschränke wegen Überfüllung oftmals lieber geschlossen halten. Gerade beim Putzmittel verliert man gut und gerne einmal den Überblick, oder?

von Rica Hesse12.7.2023
Rica ist Redakteurin bei „Im Grünen“. Neben dem Gärtnern auf ihrem kleinen Stadtbalkon, begeistern sie DIY-, Design- und Camping-Themen.

Während der vergangenen Wochen habe ich ein kleines Experiment gewagt. Schon oft habe ich darüber gelesen, aber wirklich umgesetzt habe ich es dann letztendlich nie: mein eigenes Putzmittel herstellen. Kann das wirklich funktionieren? Meine Mutter würde höchstwahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und mich eines Besseren belehren. Aber nun ja, was soll ich sagen? Es klappt tatsächlich.

Natürlich geht es bei diesem Projekt nicht in erster Linie darum, deine herkömmlichen Reiniger von jetzt auf gleich durch umweltschonendere Alternativen zu ersetzen. Achte darauf, dass du vorhandenes Putzmittel erst einmal aufbrauchst, bevor du startest. Gerade hier bietet es sich an, konventionelles Reinigungsmittel einfach schrittweise abzulösen.

Besonders langlebig sind Pumpspender, Sprühflaschen und Aufbewahrungsbehälter aus Glas. Oft kannst du diese gut gebraucht kaufen. Auch eignen sich zum Aufbewahren alte Lebensmittelgläser, die du sonst wahrscheinlich entsorgt hättest.

Ich zeige dir hier meine vier liebsten natürlichen Reiniger für den Haushalt. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Selbstgemachtes Reinigungs- und Waschmittel

Grundzutaten

  • weißer Tafelessig oder Essigessenz

  • Natron

  • Soda

  • Zitronensäure

  • feste Kernseife oder Seifenflocken ohne Palmöl

  • naturreine, ätherische Öle (z. B. Rosmarin, Orange, Lavendel)

Hierbei handelt es sich um die Grundzutaten der Reinigungsmittel. Für einige Reiniger benötigst du zusätzlich noch weitere Komponenten.

Alle Zutaten gibt es z. B. in der Drogerie und meist sogar plastikfrei zu kaufen.

Einer für alles: Universalreiniger mit Rosmarin und Lavendel

Du erhältst: 1 Liter Reiniger

Du benötigst:

  • Lavendelblüten (etwa eine Hand voll)

  • 3 frische Rosmarinzweige

  • 500 ml Essigessenz

  • ein leeres Schraubglas mit Deckel

  • ein feines Sieb

  • einen Trichter

  • eine leere Sprühflasche

  • optional: ätherisches Lavendelöl

Und so geht's:

Die Lavendelblüten und die Rosmarinzweige in das Schraubglas geben und mit Essigessenz auffüllen. Den Deckel verschließen und das Gemisch etwa 14 Tage lang ziehen lassen (die Flüssigkeit färbt sich währenddessen rosa). Den Reiniger durch ein Sieb abgießen, in die Sprühflasche füllen und mit Leitungswasser aufgießen (50:50). Wer mag, darf noch ein paar Tropfen Lavendelöl (gegen den Essiggeruch) hinzugeben.

Der Universalreiniger sollte im Haushalt ab sofort zu deinem neuem Begleiter werden: Nicht nur der Geruch ist toll, du kannst mit ihm sämtliche Oberflächen im Bad und in der Küche reinigen. Außerdem entfernt er sogar Kalk, Schmutz und Fett. Aufgrund des Säuregehalts im Essig solltest du ihn allerdings nicht auf Naturstein anwenden.

Für das bessere Spül-Erlebnis: Handspülmittel ganz ohne Zusätze

Du erhältst: 500 ml Spülmittel

Du benötigst:

  • 20 g Kernseife

  • 4 TL Natron

  • 450 ml kochendes Wasser

  • ca. 15 Tropfen ätherisches Öl

  • eine Reibe

  • einen Topf

  • einen Löffel (zum Umrühren)

  • einen Trichter

  • einen leeren Pumpspender

Und so geht's:

Die Kernseife mithilfe der Reibe zerkleinern und in den Topf geben. Mit heißem Wasser übergießen, bis die Seife sich vollständig aufgelöst hat. Sobald alles abgekühlt ist, Natron sowie ätherisches Öl hinzugeben und noch einmal alles verrühren. Sobald das Spülmittel abgekühlt ist, kann es in einen Pumpspender umgefüllt werden.

Am besten gibst du einen Pumpstoß direkt auf das zu reinigende Geschirr. Im Spülwasser verteilt, reinigt es leider etwas weniger gut als herkömmliches Spülmittel. Nicht wundern: Das Spülmittel schäumt nicht. Eine höhere Dosis benötigst du deshalb aber nicht.

Nachhaltiges Reinigungspulver für die Spülmaschine

Du erhältst: 400 g Reinigungspulver

Du benötigst:

  • 100 g Zitronensäure

  • 100 g Natron

  • 200 g Soda

  • einen Löffel (zum Umrühren)

  • ein leeres Schraubglas mit Deckel

Und so geht's:

Die verschiedenen Komponenten werden miteinander vermischt und anschließend in das Glas gefüllt. Pro Spülgang sollte ein Esslöffel Reinigungspulver verwendet werden.

Warum wir unsere Reinigungsmittel selbst herstellen sollten:

Du vermeidest giftige Inhaltsstoffe: Herkömmliche Reinigungsmittel enthalten oftmals aggressive Chemikalien, die beim Einatmen oder in Kontakt mit der Haut extrem gesundheitsschädlich sein können. Außerdem gelangen die freigesetzten Giftstoffe beim Putzen in den Wasserkreislauf und schaden somit der Umwelt.

Du produzierst weniger Müll: Reinigungsmittel, die wir in Supermärkten oder Drogerien kaufen können, sind meist nur in Behältnissen aus Kunststoff erhältlich. Stellst du deine Reiniger selbst her, kannst du Sprühflaschen oder Aufbewahrungsgläser immer wieder verwenden und vermeidest so unnötige Mengen an Müll.

Du sparst Geld: Selbstgemachte Reinigungsmittel sind langfristig gesehen preiswerter als konventionelle Varianten. Die Grundzutaten kannst du bereits für wenig Geld und meist sogar komplett plastikfrei in Großpackungen kaufen.

Flüssiges Waschmittel: Wäsche waschen ohne Bedenken

Du erhältst: 2 Liter Waschmittel

Du benötigst:

  • 40 g Soda

  • 30 g Kernseife

  • 2 Liter kochendes Wasser

  • 4 EL Zitronensäure

  • optional: ätherisches Öl

  • eine Reibe

  • einen Topf

  • einen Trichter

  • 1-2 leere Aufbewahrungsgefäße mit Verschluss (je nach Größe)

Und so geht's:

Die Kernseife mit der Reibe raspeln und gemeinsam mit der Soda in einen Topf geben. Kochendes Wasser über die Zutaten geben und so lange kräftig durchrühren, bis sich alle Bestandteile aufgelöst haben. Das Gemisch abkühlen lassen, Zitronensäure und ätherisches Öl hinzugeben und in ein Aufbewahrungsgefäß füllen. Sollte das Waschmittel nach dem Abkühlen zu fest sein, rühre es einfach noch einmal durch. So erhält es die flüssige Konsistenz zurück.

Hier gibt's noch mehr:

Und hier kannst du die Anleitungen teilen:

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