Eine Frau sitzt bis zu den Schultern in einem Eiskübel in den verschneiten Bergen
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Die Kraft des kalten Wassers – Diese 7 Dinge solltest du beim Eisbaden beachten

Eisbaden stärkt den Willen und die Abwehrkräfte, ist gesund und hilft gegen Stress. Nur: Wie fängt man damit an?

von Florian Reineke4.12.2023
Florian ist Redakteur bei „Im Grünen“. Er entdeckt gern Abenteuer vor der Haustür und schreibt am liebsten über bewusstes Natur-Erleben.
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Die Vorbereitung

Einfach in einen eiskalten See hüpfen? Kann man machen. Ist aber ziemlich unangenehm – und gefährlich. Besser ist es, dich vorher zu informieren (was du ja gerade schon tust). Wenn du dich gedanklich mit dem Eisbaden beschäftigst, steigst du nachher gefahrloser ins Wasser und bist auch motivierter. Denn wenn du bibbernd am Bergsee stehst, wirst du dich fragen: „Im Ernst? Tu ich mir das jetzt wirklich an?“ Da hilft es, wenn du deine Gründe kennst: Bist du einfach neugierig, möchtest du deine Grenzen testen, willst du gesünder leben, möchtest du körperliche oder psychische Schmerzen lindern? In jedem Fall ist es hilfreich, dir deine Motivation zu verdeutlichen und dich immer wieder darauf zu besinnen. Und das am besten schon vor dem ersten Schritt: der kalten Dusche.

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Kalt duschen

Es kostet vor allem an kühlen Tagen Überwindung, ist aber eine gute Vorbereitung aufs Eisbaden: durchatmen und den Hebel ganz nach rechts drehen. Keine Sorge, du musst dich nicht gleich komplett unter die kalte Dusche stellen, sondern kannst es ganz langsam angehen. Erst die Beine mit Wasser abbrausen, dann die Arme, dann langsam Richtung Oberkörper. Achte darauf, ganz entspannt zu bleiben. Es geht nämlich nicht darum, die Kälte auszuhalten, sondern sich auf sie einzulassen. Das ist später beim Eisbaden wichtig, damit du immer spürst, was in deinem Körper gerade vorgeht, auch aus Sicherheitsgründen. Und das Beste: Schon mit regelmäßigem kalten Duschen stärkst du deine Abwehrkräfte!

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Tief durchatmen

Die richtige Atmung bereitet den Körper auf die anschließende Anstrengung vor, denn Eisbaden heißt, den Organismus kurzzeitig in einen Alarmzustand zu versetzen. Wegen der Kälte wird die Atmung flacher und die Muskeln verkrampfen sich leichter. Wenn man zuvor tief und gleichmäßig atmet, ist man entspannter und hat bessere Ausgangsbedingungen. Eine einfache Atemtechnik zur Vorbereitung: 30 Mal durch die Nase tief in den Bauch einatmen und die Luft durch den Mund wieder ausströmen lassen, ohne Unterbrechung. Es gibt unzählige weitere Techniken, eine bekannte ist die „Wim-Hof-Atmung“. Wichtig: Achte dabei auf deinen Kreislauf und gehe nicht ins Wasser, solange dir schwindlig ist.

Die Wim-Hof-Methode

Der „Iceman“ Wim Hof ist zwar nicht der Erfinder des Eisbadens, hat aber einen Trend ausgelöst. Wim Hof hält mehrere Extremsport-Rekorde, unter anderem ist er nördlich des Polarkreises einen Marathon gelaufen – bekleidet nur mit Shorts und Sandalen! Er hat die Wim-Hof-Methode entwickelt, die Körper und Geist stärkt. Sie besteht aus den drei Säulen Atmung, Kälte und Mindset. Seine Atemtechnik eignet sich perfekt zur Vorbereitung aufs Eisbaden.

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Geteilte Kälte …

ist immer noch genauso kalt, zugegeben. Aber am Anfang ist es trotzdem gut, wenn man mindestens zu zweit eisbadet. Am besten versetzt: Eine Person steigt ins Wasser, die andere kann im Notfall zur Hilfe eilen. Zu zweit zu baden ist außerdem nicht nur sicherer, sondern steigert auch die Motivation. Man kann sich mit einer gemeinsamen Atemübung am Ufer vorbereiten und sich anfeuern, wenn die Überwindung zu groß ist. Noch leichter fällt es in einer Gruppe. Wenn andere Menschen gleichzeitig ins Wasser gehen, registriert das Gehirn: Schau, die schaffen es auch, es ist möglich. Zwang sollte dabei natürlich nicht entstehen, vielleicht kannst du also ein paar Freund:innen zu einem lockeren Ausflug an den eisigen Wintersee animieren.

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Der richtige Ort

Flüsse, Seen, kleine Weiher: Im Winter eignet sich jeder Ort für ein Eisbad, solange es dort keine starke Strömung gibt oder sonstige Gefahren drohen. Im Sommer tut es auch ein eisgefüllter Bottich. Aber natürlich macht es für die Eisbad-Erfahrung einen großen Unterschied, ob man in einem Zuber im Vorgarten hockt oder von schneebedeckten Bergen umgeben ist. Mitten in der Natur eisbadet es sich am schönsten, weil man die anschließende Ruhe noch intensiver spürt. Vor allem, wenn man sich vom Eisbaden positive Effekte auf die Psyche erhofft, kommt man hier auf seine Kosten. Stille, frische Luft, der ganze Körper ist lebendig und wie elektrisiert – mitten in der Natur fühlt sich das ursprünglich und befreiend an, fernab vom Alltag und den Sorgen.

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Achte auf dich!

Eisbaden ist erst einmal ein Schock. Das ist auch gut so, denn nur dadurch reagiert der Körper etwa mit der Bildung von weißen Blutzellen, die den Schutz vor Entzündungen verbessern. Wer diese heftige Reaktion nicht gewohnt ist, kann erst einmal Angst verspüren, sogar Panik bekommen. Deshalb ist es wichtig, die Sache langsam anzugehen. Geh nur ein kleines Stück ins Wasser und setz dich dann hin, um unterzutauchen. Das ist viel besser, als bis zum Hals ins Wasser zu waten – und es dann im Notfall nicht mehr zum Ufer zurückzuschaffen. Halte am Anfang Hände und Kopf über Wasser, denn die Hände kühlen schneller aus als der Rest und kaltes Wasser wirkt am Kopf noch einmal intensiver. Selbst für Geübte genügen ein paar Minuten im Wasser, also tauch am Anfang eher kürzer ein und steigere dich dann langsam. Bei Workshops, zum Beispiel mit Wim-Hof-Instruktor:innen, lernst du übrigens gleich zu Beginn, wie du das Bad im Eis sicher gestaltest. Und wenn du dich im Wasser unwohl fühlst oder merkst, dass dich die Situation überfordert, dann geh einfach raus – du machst die ganze Sache schließlich, um dir etwas Gutes zu tun!

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Hab Spaß!

Ja, Eisbaden ist unangenehm, und zwar jedes Mal wieder. Sieh es sportlich und geh nicht verbissen ran. Es ist ok, wenn dir die Überwindung mal zu viel ist, und wenn du kränkelst, setz einfach ein paar Tage aus. Ansonsten nimm die Qual im Eisbad mit Humor. Und wenn du mal Motivation brauchst, gibt es einen Ratschlag vom Kälte-Guru:

„Just take the damn cold shower!“
Wim Hof
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